

Autonomous Intelligence Forum #2 · Blackbox mit Prokura
Prokura gibt man nur Menschen, die man kennt und denen man vertraut. KI-Agenten bekommen sie gerade nebenbei. Sie schreiben Angebote, beantworten Kunden und buchen Rechnungen. Was in ihnen vorgeht, sieht keiner.
Dieser Nachmittag geht die ganze Strecke ab: von dem, was diese Systeme heute wirklich können, bis zu dem, wofür am Ende jemand geradesteht. Wer sie kennt, weiß, welches Vorhaben im eigenen Haus trägt und welches an der ersten Prüfung scheitert.
Gemacht für Entscheider, die nicht selbst in der Technik stecken: aus Mittelstand, Konzern, Kanzlei, Praxis und Verwaltung. Kurze Vorträge, Fragen aus dem Publikum, Gespräche auf Augenhöhe. Keine Endlos-Panels. Zum Schluss stimmt der Saal ab, ob der Agent unterschreiben darf.
Was geht und was gilt
Christoph Mütze, Tool Developer und Designer aus Hamburg, steht am vorderen Ende. Er arbeitet dort, wo generative KI auf Echtzeitgrafik trifft. Neue Werkzeuge probiert er aus, bevor andere von ihnen gehört haben. Wo sie nicht reichen, baut er sie selbst. Von ihm kommt die Antwort auf die Frage, was gerade wirklich geht und was nur gut aussieht.
Dr. Pascal Wichmann, Head of AI bei Caps & Collars, nimmt die Frage, die unmittelbar danach kommt: Woran erkennt man überhaupt, dass eine Maschine geschrieben, gezeichnet oder gesprochen hat? Und wie belastbar ist diese Erkennung, wenn es darauf ankommt? Die Frage hat einen Stichtag. Seit August verlangt der AI Act, dass Anbieter generativer KI ihre Ergebnisse maschinenlesbar als KI-erzeugt markieren. Für Systeme, die schon vorher am Markt waren, endet die Übergangsfrist am 2. Dezember.
Alois Krtil, Gründer und Geschäftsführer des ARIC, ordnet ein, wo wir bei agentischen Systemen, generativer KI und Automatisierung stehen. Dazu, was in Europa daneben entsteht: Regulatorik, neue Frameworks, Sandboxing, Sicherheit. Was davon schon gilt, was noch Entwurf ist und worauf man sich einstellen sollte.
Was im eigenen Haus trägt
Nikolai Bockholt steht an der Stelle, an der aus einem Versuch ein Betrieb wird. Zehn Jahre Google, dazu KI im regulierten Gesundheitswesen, mit Daten, die unter Artikel 9 DSGVO fallen. Heute Head of AI bei Carlsquare, einer internationalen M&A-Beratung. Er baut selbst und rät zu nichts, was er nicht in Produktion gesehen hat.
Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Gesellschafter von KI:KUBE, bringt die Frage dahin, wo die Maschine steht. KI:KUBE baut KI-Infrastruktur für das eigene Haus statt für eine fremde Cloud: ein Gerät im Serverschrank, an einer normalen Steckdose. Der Grund ist derselbe, um den es an diesem Nachmittag geht: Vertraulichkeit, Nachweisbarkeit und die Frage, wer einem den Zugang abschalten kann. Seit Juni ist das keine Theorie mehr.
Wer geradesteht
Prof. Dr. Frank Passing steht am anderen Ende, im regulierten Betrieb. Seine Fragen: wer prüft, wer haftet und was nachweisbar sein muss, wenn autonome Systeme dort ankommen. Er lehrt Digitale Transformation an der IU und baut mit Fairfield & Archer Agenten, die Regeländerungen sichten und an die richtige Stelle im Haus geben.
Schlussrunde: Darf der Agent unterschreiben? Darauf antworten Nikolai Bockholt für den Betrieb, Oke Göttlich für die Infrastruktur und Prof. Dr. Frank Passing für die Haftung. Oliver Rößling moderiert. Der Saal stellt Fragen und stimmt vorher und nachher ab.
Der Ablauf
12:00 🚪 Türen auf, Ankommen und Kaffee
12:45 Begrüßung und Verortung: Oliver Rößling · 10 Min.
Was geht und was gilt
13:00 Christoph Mütze · Was als Nächstes kommt
13:35 Dr. Pascal Wichmann · Mensch oder Maschine: wie belastbar die Erkennung ist
14:10 Alois Krtil · Die Lage in Europa
14:45 ☕ Pause, 30 Minuten
Was im eigenen Haus trägt
15:15 Nikolai Bockholt · KI dort, wo Vertraulichkeit Pflicht ist
15:50 Oke Göttlich · Wo die Maschine steht
16:25 ☕ Pause, 20 Minuten
Wer geradesteht
16:45 Prof. Dr. Frank Passing · Wer prüft, wer haftet
17:20 Schlussrunde mit Abstimmung · Darf der Agent unterschreiben? · 50 Min.
Zum Schluss
18:10 🍽 Bühne aus, Buffet auf. Essen, Getränke und Gespräche
Jeder Vortrag: 20 Minuten, danach 10 Minuten Fragen. Wer später kommt, steigt in der Pause um 14:45 ein. Um 18:10 Uhr endet der Bühnenteil pünktlich.
Sprecher und Themen im Detail: deeptech.hamburg
Veranstalter: DEEPTECH Campus Circle, Heimhuder Straße 56, Hamburg. In Kooperation mit dem ARIC, Artificial Intelligence Center Hamburg.
70 Plätze, Anmeldung ausschließlich hier über Luma.