

Gestört erzählt: Zwang und Sucht
Hinweis: Die Veranstaltung thematisiert psychische Erkrankungen, insbesondere Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen. Sie ist kein therapeutisches Setting, sondern ein moderiertes Gespräch mit persönlichem Erfahrungsbericht.
Stefan entwickelte früh eine Zwangs- und Angststörung sowie eine Suchterkrankung. Die Ängste kompensierte er durch Zwänge, die wiederum bizarre Züge annahmen und sein Leben bestimmten. Dieses wurde nach einem Verkehrsunfall mit den Folgen einer Querschnittslähmung nicht einfacher. Ein Leben zwischen Zerstörung und Adrenalin auf der Überholspur. Heute arbeitet er als Peer auf einer Entzugsstation.
Über die Reihe «Gestört erzählt»
Die Gesprächsreihe «Gestört erzählt» schafft einen offenen Raum für ehrliche Gespräche über psychische Krisen – mitten in der Gesellschaft statt im Verborgenen. Psychotherapeut Matthias Boss spricht mit Menschen, die persönliche Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen teilen. Im Mittelpunkt stehen nicht Diagnosen, sondern die Menschen selbst: ihre Geschichten, Gefühle und Gedanken. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, Verständnis zu fördern und den Dialog über oft tabuisierte Themen zu ermöglichen.
Der Titel greift das Wort «gestört» bewusst auf, um es zu kritisch zu hinterleuchten und neu zu besetzen: Menschen mit psychischen Erkrankungen erzählen aus ihrer eigenen Perspektive und lösen sich damit von einseitigen Zuschreibungen. Gleichzeitig spielt der Titel mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs: Im umgangssprachlichen Gebrauch kann «gestört» auch eine positive Bedeutung haben – etwa im Sinne von unglaublich, extrem gut, kreativ oder originell. Diese Mehrdeutigkeit wird bewusst aufgenommen und reflektiert.